Netzpiloten: Creative Commons – Einige Rechte vorbehalten

3. Juni 2010

Sehr interessantes Interview mit Michelle Thorne zu Creative Commons bei den Netzpiloten.

Im Netzpiloten-Interview erklärt Michelle Thorne von Creative Commons International, warum Lizenzen vom Typ “einige Rechte vorbehalten” so wichtig sind und warum es sich auch für Urheber lohnt, über Lizenzen nachzudenken.

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Michelle Thorne von Creative Commons

Was macht Creative Commons?

Das ist eine US Non-Profit Gesellschaft, die darauf hinarbeitet, alternative Urheberrechtslizenzen bereitzustellen. Bisher ist die übliche Copyrightlizenz das Konzept “Alle Rechte vorbehalten”. Das andere Ende des Spektrums ist lizenzfrei, die sogenannte Public Domain. Creative Commons will einen Weg anbieten, sich zwischen diesen beiden Extremen zu bewegen und es Urhebern und Nutzern zu ermöglichen, genau zu entscheiden, wie ihre kreativen Werke benutzt und lizensiert werden. Deshalb bieten wir Lizenzen vom Typ “Einige Rechte vorbehalten” an.

Das komplette Interview bei den Netzpiloten


Wie „alte“ Medien ihre Archive mit Twitter neu beleben

1. Juni 2010

Radioarchiv des National Public Radio bietet Inhalte zu aktuellen Debatten an

Onlinedienste sind nicht nur Konkurrenten „alter Medien“ wie Print oder Radio, ihre Möglichkeiten werden zunehmend auf innovative Art zur Bewerbung eigener Inhalte genutzt. So benutzt National Public Radio (NPR, quasi der öffentlich-rechtliche Radiosender der USA) Twitter seit kurzem dafür, archivierte Beiträge zu neuer Aktualität und neuem Publikum zu verhelfen. (Twitter ermöglicht es, SMS-artige, maximal 140 Zeichen lange Meldungen an „Follower“ zu veröffentlichen, Benutzer, die die „Tweets“ eines anderen Benutzers – wie zum Beispiel NPR – quasi abonniert haben.)

Auswertung

National Public Radio wertet mithilfe eines Programms aus, welche Wörter gerade gegoogelt werden. Dieses „Google Hot Trends“ genannte Service des Onlinekonzerns ist ein Spiegel aktueller Interessen; in Österreich baut zum Beispiel der Privatsender Puls 4 täglich Beiträge aus den fünf in Österreich meistgesuchten Begriffen.

Verlinkung

NPRbackstory„, so der Name des Projekts, nimmt diese Topthemen und verlinkt sie zu passenden Beiträgen im Senderarchiv, die online gehört und gelesen werden können. Links zu diesen Geschichten wiederum werden auf Twitter gepostet – mit kurzem Bezug auf das Thema und den dazugehörigen Link. So fand sich zum Beispiel in letzter Zeit der Hinweis auf einen NPR-Beitrag über die „Rosinenbomber“, die Berlin während der Blockade 1948/49 versorgten – die Wiederkehr des Jubiläums am 12. Mai löste den Ansturm an Suchabfragen aus. All dies passiert programmgesteuert: API-Schnittstellen durchsuchen zuerst Google Hot Trends, dann das NPR-Archiv, um schließlich den entsprechenden Tweet abzusetzen.

Quelle; Standard, Wien vom 19. Mai 2009

Mehr Artikel über Twitter: Standard -> Web -> Innovationen -> Twitter


Worldtune Interactive Sound Processing: Ist der Zuhörer Teil der Maschine?

1. Juni 2010

Worldtune – Interactive Sound Processing ist eine der spannenden Webseiten, für die ich das Internet liebe. Wohl entstanden aus einem Kunstprojekt in den 90ern des letzten Jahrhunderts, hält die Seite eine Menge Soundbites aus aller Welt bereit und man kann eigene Soundbites von bis zu 6 Sekunden hochladen (Anweisungen unter dem Menüpunkt: EDIT). Während ich das hier schreibe, lausche ich dem Grunzen eines Schweines aus Teterow (Datei: „schwein.au“). Mit F5 die Seiten neu laden, zappt durch die verschiedenen Sounds.  Schön auch „Steameng1.au“, ein hämmernder Sound aus Kinnekulle/Sweden und „highheelssz.au“ aus Beijing. Die Seite ist nicht aktuell, ich vermute, Sie wurde zuletzt 2000 bearbeitet, einmal hat sie mir den Firefox abstürzen lassen und nicht überall sind Daten hinterlegt. Trotzdem ein sehr interessantes Projekt zum Stöbern (Das Soundbite „piano.au“ aus Kopenhagen ist absolut treibend. könnte einen vielleicht auch in den Wahnsinn treiben).

World Tune wants to trace the changes of atmospheres and events of our planet acoustically and give the listener feedback about the current conditions of our world.

Hier die komplette englische Philosophy wie sie Wolfgang Neuhaus auf der Website beschreibt:

World Tune is a transnational sound machine which constantly generates arbitrary sounds of events and activities from all over the world. It is lively – a permanently transforming sculpture machine which encompasses our entire globe. Horn loudspeakers organically connected to the sculpture arise and disappear in different regions of the planet. Human sensors track local sound events, record them with the help of microphones and portable audio recorders and finally transfer them to the digital network of the World Tune soundsystem. Other inhabitants of the earth, no matter which particular region of the planet they reside, send the sounds of the World Tune soundsystem to the loudspeaker sculptures. Other visitors to the World Tune loudspeakers and World Tune homepage experience these sounds and decide if they want to change the current sound immediately…

World Tune wants to trace the changes of atmospheres and events of our planet acoustically and give the listener feedback about the current conditions of our world. World Tune as a global, interactive soundsystem is located in a contradictory field of tension which is characterized on one hand, by the fascination of complex „World-Explaining-Models“ like, for example, Keplers „Harmonice Mundi“, Luhmanns „Social Systems“ or Hawkings „Big Theory,“ but also on the other hand, that such global models are only models and not final knowledge about our World. This inconsistency becomes noticible in the World Tune project by the unsettled role of the listener.

Is the listener part of the machine? Is the machine part of a man-manipulated sound and thought system? Is the current sound a random event? Is it dependent on man, on machine, on nature? On an interweaving of all these components? Is the result of such interweavings chance? Providence? Composition? World Tune produces a choreography of chance which lures the passive listener by proceeding the single sound as an endless loop. Simultaneously, it converts the active listener into a producer who perceives his environment by listening, and who makes his sound experience available for other inhabitants of the earth by recording.

The realization of such a global soundsystem requires a medium which can send and receive sounds from all conceivable regions of the earth. For this purpose, the Internet is not the most optimum medium (because of bandwidth limitations), but it is however, permanently available and cheap. A virtual interface on the World Wide Web makes sure that every man gets access to the system.

It is extremely useful to integrate the networked computer as a transport medium into this system also from a philosophical aspect because the computer is the matter’s proof-of-the-fact that the system of mathematics in principle cannot be consistent. The intellectual construction of a „universal machine“ by Alan Turing (1936) manifests the definite death of the „consistent“ mathematics and simultaneously the birth of the computer (special case of the Turing machine). The existence of the Turing machine makes provable that there are numbers which in principle are not calculable in the mathematics.

So the invention of the computer makes clear that enclosed systems cannot really be enclosed and it shows that such enclosed systems cannot describe the world more exactly than for example the „Sacre du Printemps“ from Igor Strawinsky. „Over which one cannot talk, about this one must be silent,“ summarizes Wittgenstein‘s knowledge about the boundaries of logic. In this way of thinking the sound of World Tune can be seen as the audible form of staying silent. So, World Tune is an acoustic barometer which transforms local events to transnational sound. But, World Tune is also a musical instrument which gets composed and at the same time, composes. World Tune makes noticeable the world as a finite system which produces tonal infinity.

Quelle:


Bleibt stark, passt aufeinander auf – und nehmt euch Zeit zum Spielen.

31. Mai 2010

… ist ein Zitat aus einem sehr interessanten Artikel von Danny Kringiel bei Spiegel Online über den Urvater der Hacker-Bewegung

Genie und Hörsinn – Er war blind – und ein Genie: Schon mit sieben Jahren manipulierte Joe Engressia durch Pfeiftöne das amerikanische Telefonnetz und avancierte so zum Urvater der Hacker-Bewegung. Als Erwachsener beschloss er, für den Rest seiner Zeit fünf Jahre alt zu sein. Rückblick auf ein seltsames Leben.

Vor Glück Blasen werfen

Vor Glück Blasen werfen

Foto von Joybubbles, der 1949 als Josef Carl Egressia Jr. geboren wurde und im Alter von sieben Jahren lernte, Telefone durch sein Pfeifen zu manipulieren. Er wurde zum Urvater der „Phone Phreak“-Bewegung, die Schwachstellen von Telefonnetzen ausspionierte und so als Vorreiter für die Hacker-Szene fungierte. 1991 ließ Josef Carl Engressia Jr. seinen Namen amtlich in „Joybubbles“ ändern – er wollte seine Kindheit nachholen.

Quelle: Spiegel-Online


Facebook ist der „Helmut Kohl des Internets“

29. Mai 2010

Facebooks Mark Zuckerberg ist der „Helmut Kohl des Internets“ schreibt Doris Akrap in der TAZ-Rubrik „Leuchten des Internets“. Und auch über den Aktionstag „quitfacebookday“: http://tinyurl.com/2v2x3rn


Baudrillard über warme Computer

29. Mai 2010

Anläßlich eines Streiks in Quebec besetzen die Studenten den Computerraum. Nicht um die vitale Mitte des Imperialismus zu treffen, sondern einfach, weil es Winter ist und das der einzige Ort, wo sie es warm haben, da die Verwalter es nicht riskieren können, den Strom abzuschalten, aus Angst, das Computergedächtnis zu zerstören.

Jean Baudrillard

Quelle des Zitats: Jean Baudrillard, Cool Memories 1980-1985, Matthes & Seitz Verlag, München 1989, S. 107. Das Buch ist zur Zeit vergriffen, bei ZVAB gbt es noch drei Exemplare.

Dazu ist auch Joseph Weizenbaum interessant:

Der Computer hat damals die Bibliothek geheizt. Man ist nicht zum Computer gegangen, sondern in den Computer.

Das flitzen Elektronen rum, das sind keine Golfbälle, aber da bewegt sich was. Computer müssen immer noch gekühlt werden, es bewegt sich was, das erzeugt Hitze, keine Golfbälle aber es bewegt sich. Auch der Desktop-Computer muss noch gekühlt werden.

Quelle: CD-Rom „Krieg ist der Feind – Die Verantwortung des Wissenschaftlers“, Aufnahme eines Gespräches mit Joseph Weizenbaum am 18. Juni 2003, erschienen im Hörbuchverlag suppose


Tips für Bildschirmarbeiter

28. Mai 2010

Kurz vorm Wochenende habe ich einen wunderschönen medienkompetenten Hinweis auf einer Website von 1996 mit dem Titel „Tips für Bildschirmarbeiter“ gefunden:

Gehen Sie niemals nervös oder unausgeschlafen oder krank an einen PC!

Computer übernehmen die Herrschaft

Weiter heisst es dort: „Ein unbedachter Tastendruck oder Mausklick kann Sie ein Vermögen, eine Abmahnung (oder gar Kündigung) oder viele Arbeitstage kosten !!!“

Das gefällt mir in seiner Schlichtheit.

Quelle: WWW-Homepages von Professoren und Mitarbeitern der Philipps-Universität Marburg


Wikileaks: Geheimes Bordkamera-Video

22. Mai 2010

Geheimes Bordkamera-Video – US-Helikopter feuerten auf Zivilisten in Bagdad

„Hübsch, gut geschossen“: Ein neu aufgetauchtes Video stürzt die US-Armee in Erklärungsnöte. Es zeigt, wie zwei Kampfhubschrauber 2007 im Irak eine Gruppe von Zivilisten angreifen und töten – ohne sichtbare Provokation. Während der Attacke machten die Piloten zynische Witze über ihre Opfer.

Schlimm genug, dass im Krieg immer wieder unbeteiligte Zivilisten angegriffen und getötet werden. Schlimmer noch, wenn die Militärs nachher versuchen zu vertuschen, dass es zu einer solchen tragischen Verwechslung gekommen ist. Am 12. Juli 2007 hat sich im Irak ein solcher Fall ereignet: Ein Dutzend Zivilisten starb im Feuer zweier Apache-Helikopter der Amerikaner, unter den Opfern waren zwei Reporter von Reuters

Komplettes Transkript der Tonspur in Deutsch

Wikileaks („leak“ ist Englisch für „lecken, Leck schlagen“) ging im Januar 2007 online. Die Seite gibt Insidern eine Plattform, die Geheimnisse ausplaudern wollen. Sie soll von chinesischen Dissidenten und Hackern aus aller Welt betrieben werden, alle sollen auf ehrenamtlicher Basis arbeiten. Die Dokumente, die Quellen auf der Seite der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, behandeln ein weites Themenspektrum von Giftmüll-Verklappung in Afrika bis zu Enthüllungsberichten über Scientology. 2008 wurde die Seite vom britischen „Economist“-Magazine mit dessen Preis für Neue Medien ausgezeichnet. Ende vergangenen Jahres hatte Wikileaks erhebliche Geldprobleme und stellte zwischenzeitlich alle Aktivitäten ein. Nun meldete sich die Seite mit dem Video aus dem Irak mit einem Scoop zurück, der ihr große Aufmerksamkeit eingebracht hat.

Quelle: Spiegel-Online

Wikileaks, die international bekannte Anlaufstelle für die Veröffentlichung von vertraulichen Dokumenten, hat nach 6
Monaten den Normalbetrieb wieder aufgenommen. Über das Web-Interface können geheime Dokumente eingereicht oder durchsucht werden, wenn sie von den Freiwilligen des Whistleblower-Projekts online gestellt wurden.
Im Dezember 2009 wurde das Interface durch einen dringenden Spendenaufruf ersetzt, der Anfang April 2010 durch Links auf ein Video ersetzt wurde, das Wikileaks „Collateral Murder“ taufte. Das neue/alte Interface soll in den kommenden Wochen und Monaten erheblich erweitert werden.

Quelle:  Heise Online vom 19.5.2010

„Schieß weiter, schieß weiter, schieß weiter, keep shoot’n“ Ein verstörendes Video zeigt ein Massaker, das US-Hubschrauberbesatzungen 2007 im Irak anrichteten. Zwei der Opfer waren Reuters-Mitarbeiter. Ansonsten wäre die Aktion wahrscheinlich nicht ans Licht gekommen.

„Nice“
„Good shoot’n“
„Haha“

Das sind Gesprächsfetzen aus „Collateral Murder„, einem Video-Dokument, das derzeit bei WikiLeaks veröffentlicht ist. Es führt die totale moralische Verwahrlosung des Menschen in der Alltäglichkeit des Krieges vor Augen:  Hubschrauberpiloten, möglicherweise privat echte „nice guys“, feuern unbarmherzig auf eine Gruppe Menschen in einem Vorort Bagdads, weil sie die Männer für eine Versammlung bewaffneter Widerständler halten. Sie handeln nach der Kriegslogik „Ich töte, weil ihr mich umgebracht hättet, wenn ich euch nicht töte“ und kommentieren die Tötung, als ob es sich um ein Spiel oder ein Sportereignis handeln würde.

Quelle: Telepolis vom 6.4.2010

Website Wikileaks

Twitter-Account von Wikileaks


Joseph Weizenbaum (1923 – 2008)

18. Mai 2010

Schon vor einigen Jahren habe ich meinem Sohn eine CD-Rom „Krieg ist der Feind – Die Verantwortung des Wissenschaftlers“ (Aufnahme eines Gespräches mit Joseph Weizenbaum am 18. Juni 2003, erschienen im Hörbuchverlag suppose) geschenkt, weil er Hörbücher mag und weil er bei aller Begeisterung über Kämpfe und Schlachten und Waffen ahnt, dass echter Krieg heute (und früher) viel weniger heroisch ist, als in den Geschichten, Büchern, Filmen und Spielen geschildert.  Nun habe ich angefangen mir das Gespräch mit Joseph Weizenbaum anzuhören, bin begeistert und hier einige Notizen zu diesem wunderschönen, humorvollen Monolog eines interessanten und sympathischen Menschen:

https://i1.wp.com/www.virtosphere.de/schillo/teaching/WS2001/Photos/Weizenbaum.jpg

Weizenbaum wollte Kryptologie machen, durfte nicht, hat dann Meteorologie gemacht.

Der Computer hat damals die Bibliothek geheizt. Man ist nicht zum Computer gegangen, sondern in den Computer.

Fast alle der Pionier-Programmierer waren Frauen.

Das flitzen Elektronen rum, das sind keine Golfbälle, aber da bewegt sich was. Computer müssen immer noch gekühlt werden, es bewegt sich was, das erzeugt Hitze, keine Golfbälle aber es bewegt sich. Auch der Desktop-Computer muss noch gekühlt werden.

Es hat eine Verschmelzung gegeben von Computer und Kommunikation. Mit allem, womit wir kommunizieren, hat der Computer zu tun. Kurze Geschichte des Computers in den letzten 150 Jahren.

Alles was wir nicht verstehen, scheint uns Zauberei. Seine Tochter Miriam fragte zu einem Zaubertrick, den er seinen Kindern vorführte: „Ist das Zauber oder muss man einfach intelligent sein?“.

Zu erklären, bedeutet, es weg zu erklären.

Anfänge und Definition der künstlichen Intelligenz. Wahrscheinlich wird es nie möglich sein, Computer Ping-Pong spielen zu lassen.  Oder es wäre theoretisch möglich, aber viel zu teuer und aufwändig.

Das Wort „eigentlich“ als Parallele zu dem Radio Eriwan-Witz-Anfang: „Im Prinzip ja – Aber!“

Der Computer hat keine Sehnsucht nach dem Strom.

Die Sozialisation eines Computers ist ganz anders als die Sozialisation eines Menschen.

Scham oder eine Notwendigkeit zu Arbeiten (was auch immer das bedeutet) – sowas hat der Computer nicht, darin liegt der Unterschied zwischen Mensch und Maschine.

Was passiert bei einem Menschen, wenn er eine Hand auf der Schulter spürt? Da passiert etwas, was ein Computer nicht kann.

Autonome Maschinen, Sonnenuhr und Motorrad. Die Definition des Menschen und der Maschine.

https://i1.wp.com/farm1.static.flickr.com/127/361777845_b0c6964dca.jpg

Und dann habe ich bei Heise-Online entdeckt, dass Joseph Weizenbaum vor einigen Jahren (am 18.10.2005) für einen Vortrag in Darmstadt war:

Joseph Weizenbaum wird gerne als Computerkritiker bezeichnet. Dabei gilt seine Sorge weniger den Computern, als vielmehr den Menschen, die sie kritiklos einsetzen. An der TU Darmstadt versuchte er am gestrigen Dienstagabend dieses Bewusstsein bei angehenden Informatikstudenten zu wecken.

Auf die Frage, was denn zu tun sei, wich Weizenbaum zunächst aus. Schließlich hob er auf die Bildung der Menschen ab. Es sei wichtig, die eigene Sprache möglichst gut zu lernen und zu benutzen. Das beginne in der Familie, in der man möglichst viel und intensiv miteinander sprechen müsse. Nicht ohne Stolz erzählte er, dass eine Tochter einst vorgeschlagen habe, den Geschirrspüler nicht mehr zu nutzen und statt dessen gemeinsam abzuspülen. Die Gesellschaft entwickle eine radikale Einsamkeit: „Man spricht nicht mehr miteinander.“ Die unmittelbare Kommunikation zwischen Menschen sei notwendig und durch nichts zu ersetzen. Und dazu gehöre eine möglichst gute Beherrschung der Sprache. Sie müsse oberstes Ziel der Ausbildung von Kindern sein.


Im übrigen beklagte Weizenbaum die Dummheit der Menschen. Alles, was sie wüssten, wüssten sie aus dem Fernsehen. Da sei es kein Wunder, dass sie sich belügen ließen, ohne die Aussagen ihrer Regierung zu hinterfragen. Das träfe sowohl auf die Amerikaner zu, die man bei der Begründung des Irak-Krieges belogen habe, wie auch auf die Deutschen, die sich hätten erzählen lassen, die Wiedervereinigung wäre kostenlos. Allein der Zugang zu Informationen sei eben nicht ausreichend. Es käme auch darauf an, sie zu hinterfragen.

Im Hörbuch erzählt er auch von Countess Lovelace:

Datei:Ada Lovelace.jpg

Ada Lovelace, auch Ada Augusta Byron oder Ada King, eigentlich Augusta Ada King Byron, Countess of Lovelace (* 10. Dezember 1815 in London; † 27. November 1852 in London) war eine britische Mathematikerin. … Wegen ihrer schriftlichen Kommentare zur mechanischen Rechenmaschine Analytical Engine wird Ada Lovelace als erste Programmiererin – noch vor dem ersten männlichen Kollegen – bezeichnet. Die Programmiersprache Ada wurde nach ihr benannt.

Quelle: Wikipedia

Im Alter von 85 Jahren ist Joe Weizenbaum in Berlin an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Nach einer Chemotherapie hoffte er noch an seinem Geburtstag im Januar, ein schönes Jahr verleben zu können. In einer seiner letzten Mails schrieb der große Kulturkritiker und Mitbegründer der Computer Science:

„Unser Tod ist der letzte Service, den wir der Welt leisten können: würden wir nicht aus dem Weg gehen, würden die uns folgenden Generationen die menschliche Kultur nicht wieder frisch erstellen müssen. Sie würde starr, unveränderlich werden, also sterben. Und mit dem Tod der Kultur würde alles Menschliche auch untergehen.“

Quelle: Heise Online

Wikpidedia-Artikel zu Joseph Weizenbaum

Artikel im Boston Globe anläßlich seines Todes

JOSEPH WEIZENBAUM

Mann, den hätt´ ich gern kennen gelernt!

Zum Abschluss einige schöne Hörbuchtitel, die heute als neu auf der Website des Hörbuchverlags supposé zu finden sind:

neu:
Da fährt mein Zug mit Peter Kurzeck

Die Nacht ist aus Tinte gemacht mit Herta Müller

Feuer-Management für Raumschiff Erde mit J. G. Goldammer

Das Leben der Viren mit Karin Mölling


10 Awesome Vintage Video Games You Can Play Online

18. Mai 2010

Soll ich diesen Beitrag unter „Neue Medien“ kategorisieren, oder sind das schon „Alte Medien“? Ohne Frage bekommt er beides, um das Nachdenken über diese Frage anzuregen:

There’s something about an old video game that does a body good. The 16-color graphics, the 8-bit sound — something about it conjures memories of simpler times, when joysticks seemed larger because our hands were still small, and a dollar seemed like a heck of a lot more money than it does right now.

Allow us to take you on a vintage voyage with a time machine of links, if you will. Here are ten computer and arcade games we all know and love that you can now play online and free of charge. If you’re of a certain age, you probably played these games while waiting for your mom to finish grocery shopping. Or they might have been on your very first video game console. We hope you remember them fondly and enjoy playing them again.


1. Donkey Kong


The original Donkey Kong arcade game is the stuff of legends. A recent documentary about hardcore Kong players, The King of Kong: A Fistful of Quarters, follows a group of dudes who are all competing against one another for the Donkey Kong world record high score. It’s intense stuff. The game they played was the 1981 Nintendo release that features “Jumpman,” the tiny character dodging Kong’s barrels, who would later become, none other than the infamous man in red overalls, Mario (mario).

Mehr davon und Quelle hier.