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Wieviel Ballerspiel verträgt mein Kind? Medienkompetenz-Seminar mit Andreas Gohlke in Darmstadt, 26. Juni 2010

22. Juni 2010

Klingt sehr interessant, ich habe mich angemeldet:

Der Mediensuchtexperte Andreas Gohlke gibt Tipps und beantwortet drängende Fragen. ,,Medienkompetenz für Eltern“ heißt das Seminar am Samstag (26. Juni 2010) von 10 bis 16 Uhr in der Bessunger Knabenschule, in Ludwigshöhstraße 42 in Darmstadt. Kosten: 60.-€/Person, Anmeldung bei Andreas Gohlke unter der Rufnummer: 0151 10704650 oder per E-Mail: gohlke@mediensucht-escape.de

Andreas Gohlke (Dipl. Sozialarbeiter)

Mediensuchtexperte Andreas Gohlke

Der Reiz von Ballerspielen, die Attraktivität des Chattens, die Folgekosten des Erwerbs einer Spielekonsole oder die Frage, was sich mit ihr alles anstellen lässt – nämlich zum Beispiel im Internet surfen, dies sind Themen, die der Mediensuchtexperte Andreas Gohlke am 26. Juni bei einem Elternseminar in der Knabenschule anschneiden möchte. Es ist ein neues Angebot in Darmstadt. Diplom-Sozialarbeiter Andreas Gohlke gibt seit Jahren Elternabende zum Komplex Kinder und elektronische Medien. Seiner Erfahrung nach bleiben dort viele Fragen unbeantwortet, weil die Zeit fehlt. Diese Zeit soll es in dem sechsstündigen Seminar nun geben. Es richtet sich nicht nur an Eltern, ,,die sich informieren wollen, aber keinen unmittelbaren Zugang haben“, wie er sagt. Sondern auch an solche mit konkreten Fragen – ,,Wieviel Medienzeit verträgt mein Kind?“ – oder mit konkreten Befürchtungen.Ballerspiele etwa haben für Erwachsene einen kriegerischen Hintergrund, sagt Gohlke, der ein Programm für mediensüchtige Jugendliche entwickelt hat. ,,Für Jugendliche ist es dagegen ein Wettbewerb und Zeitvertreib.“ Deswegen mache es keinen Sinn, diese Spiele generell zu verteufeln. Eltern sollten vielmehr verstehen lernen, wie ihre Kinder sie erleben. ,,Das heißt nicht, dass man es gut finden muss“, betont Gohlke, ,,aber es schützt vor sinnlosen Verboten.“Letztlich gehe es immer auch darum, dass Kinder lernen, Eigenverantwortung zu übernehmen. Und Eltern erkennen, wo die Fähigkeiten und Grenzen ihrer Kinder liegen, ihnen Regeln setzen und ihre Selbstständigkeit fördern. Dazu gehört Kommunikation. ,,Die ist oft dort das Problem, wo es mit Computerspielen Schwierigkeiten gibt“, sagt der Medienpädagoge. In Familien, in denen jeder vor sich hin wurstele, die Kinder Fernseher, Computer und Spielekonsolen in ihren eigenen Zimmern stehen hätten und dort auch noch das Essen hineingetragen kriegen, bestehe die ,,Gefahr der sozialen Verarmung“. Wenn da was schiefläuft, ,,kriegt das erstmal keiner mit“.Je besser die Informationsbasis der Eltern, desto leichter sei es für sie, mit ihren Kindern in Kontakt zu bleiben, sagt Gohlke. Und oft genüge ein Blick über den Tellerrand, um zu sehen, ,,wieviel Möglichkeiten es gibt, sich handlungsfähig zu machen“.

Quelle: Darmstädter Echo

Am 27. März war schon einmal ein Bericht über einen Vortrag von Andreas Gohlke im Darmstädter Echo:

Nicht gängeln – erziehen

Computerspiele: Ein Eltern-Infoabend beschäftigt sich mit der ,,Generation zwischen Ballerspiel und Hausaufgaben“

Nächte vor dem Computer und Diskussionen, wie lange im Internet gesurft werden darf, sie prägen so manches Familienleben. ,,Ich bin ein Freund von Grenzen und Regeln“, sagte am Donnerstag der Mediensuchtberater Andreas Gohlke in der Justus-Liebig-Schule: ,,Ich will nicht gängeln, aber erziehen.“ ,,Generation Internet – Zwischen Ballerspiel und Hausaufgaben“, war das Thema, zu dem die Lio-Schulsozialarbeit den Mühltaler Berater Gohlke eingeladen hatte. Teilweise gebe es Menschen, die in der virtuellen Welt ,,World of Warcraft“ wöchentlich 100 Stunden spielten, schilderte der Sozialarbeiter den 35 Eltern die Situation. Eltern, die selbst nur wenige Computerspiele spielen, wie eine kleine Abstimmung am Anfang offenbart hatte. ,,Was haben die Spielbetreiber davon, dass sich Spieler so ins Verderben stürzen?“, fragte ein Vater. ,,Die Nutzer zahlen pro Monat zirka 13 Euro“, beschrieb Gohlke die wirtschaftliche Komponente. 2008 gab es weltweit 11,5 Millionen ,,World of Warcraft“-Spieler.

,,Die Spiele sind so aufgebaut, dass sie einladen, sich ins Spiel zu vertiefen“, schildert der Sozialarbeiter den Eltern das attraktive Spielkonzept. Stetig habe man kleine Erfolge, stetig verbessere sich die Figur. Um später hoch-stufige Gegner zu besiegen, müssten sich die Spieler in immer größeren Gruppen verbünden. ,,Da sitzen dann 80 Leute auf der Welt, die zusammen spielen.“,,Unsere Kinder werden zu Mördern erzogen“, folgerte ein Vater entsetzt, nachdem der Berater Szenen aus dem inzwischen seit zehn Jahren existierenden Computerspiel ,,Counter-Strike“ gezeigt hatte. Im Spiel treten zwei Teams mit je fünf Spielern (Terroristen gegen Antiterroreinheit) online gegeneinander an. Jeder Spieler sieht die Spielwelt aus der Ich-Perspektive. Schwerpunkt ist eigentlich der taktische Kampf, bei dem allerdings auch Gewalt deutlich dargestellt werden kann. ,,Counter-Strike“ wird inzwischen sogar in einer Bundesliga gespielt. Der Sozialarbeiter riet den Eltern sich dafür zu interessieren, was ihre Kinder im Internet machen, welche Spiele sie spielen. ,,Gehen Sie nach Ihrem Gefühl. Beobachten Sie.“ Er selbst passe bei seinem elfjährigen Sohn aktiv auf. Unmittelbar nach der Schule am PC zu spielen, lehnt er ab. ,,Erstmal was Ruhiges.“ Wenn sein Sohn fernsehe oder spiele sei er dabei. Insgesamt habe der 90 Minuten pro Tag sogenannte Medienzeit, die nicht auf andere Tage übertragen werden könnten. Zudem habe der Junge nur eingeschränkte Nutzerrechte am PC, die er als Administrator festlege. Gohlke räumt ein, dass das Zeit und manchmal Nerven koste, auch weil ihn einige Teenager-TV-Serien nicht interessieren. Die Eltern sollten sich auch selbst beobachten, betonte der Berater. ,,Wir unterschätzen, wie wir Dinge unseren Kindern vorleben. Die lernen an uns.“

Quelle: Darmstädter Echo

Alles Themen, die mich selbst sehr interessieren, der  nächste Samstag verspricht also ein spannender Tag zu werden.